Judging Day und Student Mixer

Der heutige Tag begann früher als sonst, bereits um 6.15 Uhr trafen wir uns in der Lobby. Anschließend ging es zum altgewohnten Frühstücks-Café. Allerdings verlief dieses anders als die vorherigen Tage, denn heute entschloss sich ein netter Herr morgens um 6.45 Uhr Büsche zu schneiden. Wenigstens waren dann auch wirklich alle wach!

Nach einem stärkenden Frühstück ging es nun zurück zum Hotel, wo wir uns auch schon für den Judging Day umziehen mussten. Der Dresscode für die Jungs bestand aus Anzug und Krawatte und die Mädels hatten ein Kleid oder Blazer und Bluse an. Wie immer gab es einen riesen Ansturm, wenn 1 800 Menschen gleichzeitig versuchen in die Ausstellungshalle zu kommen, doch schließlich ging jeder an seinen Stand und bereitete sich seelisch und moralisch auf die Jurygespräche vor (oder flirtete alternativ mit attraktiven Ausstellern/Ausstellerinnen).

Zuerst fand 1,5 Stunden der Rundgang der Sonderpreisjury statt, diese besuchte unsere Stände zum Großteil aber nicht. Danach fingen die Jurygespräche richtig an. Auf dem Tisch lag ein Zeitplan, wann welcher Juror den Stand besucht. Es waren Zeitfenster von 15 Minuten eingeplant und zu Beginn der Zeit wurden die Juroren durch Lautsprecher dazu aufgefordert, das Gespräch nun zu beginnen. Kurz vor Ende der Zeit ertönte ein unangenehmer Pieps-Ton, welcher die Juroren darauf hinwies, dass das Gespräch in Kürze beendet werden sollte. Viele Juroren verließen uns dann direkt oder bereits bevor das Signal überhaupt ertönte. Der erste Teil der Jurygespräche fand von 8.00 bis 11.45 Uhr statt. Danach gab es für jeden ein Sandwich. Nach dieser Stärkung gingen wir dann in die zweite Runde der Jurygespräche, welche von 13.00 bis 16.15 Uhr dauerte. Es wurden je nach Kategorie unterschiedlich viele Jurygespräche geführt, welche auch alle unterschiedlich abliefen.

 

Meistens bekam man kurz Zeit, die wesentlichen Punkte seines Projekts herauszustellen, teilweise wurde auch direkt mit Fragen begonnen. Ein ausgearbeiteter 5-Minuten-Vortrag – wie für den Bundeswettbewerb – ist zwar sinnvoll, um die Vokabeln zu lernen, hilft aber für die Präsentation wenig. Wichtig ist eher, sein Projekt prägnant in wenigen Sätzen zusammenfassen zu können, um den Juroren überhaupt ein umfassendes Bild vom Projekt zu geben. Besonders die Intention, der persönliche Bezug und der Nutzen waren wichtige Bestandteile unser Präsentation, die es abzudecken galt. Es hilft, sich nach den Judging Kriterien der offiziellen ISEF-Webpage zu richten und alle Bereiche abzudecken, da die Jury hier wirklich genau in diesen Kategorien Punkte vergeben muss. Durch die vielen Zwischenfragen der Jury darf man sich nicht verunsichern lassen, sondern sollte trotzdem grob mithilfe des Plakates einen roten Faden behalten. Die Jury ist durchgehend sehr freundlich und lässt sich durch wiederholte sprachliche Fauxpas nicht stören. Man darf bei der Präsentation ruhig auf eine gesunde amerikanische Selbstdarstellung achten und seine Eigenleistungen und Errungenschaften in den Vordergrund stellen. Fachlich bewegen sich die Gespräche auf einem hohen Niveau und es kommt auch vor, dass die Jury konstruktive Vorschläge für das weitere Forschen gibt. Hierbei sollte man sich auch selbst ein oder zwei Dinge überlegt haben, die das Projekt noch erweitern würden. Man sollte jedoch darauf achten, das eigene Projekt trotzdem als abgeschlossen darzustellen, das mit neuen Projekten erweitert werden könnte.

Nachdem alle Gespräche geschafft waren, ging es zurück ins Hotel. Da nun der anstrengende Teil des Tages vorbei war, sollte das Ganze nach dem Prinzip „Work hard, play hard“ mit einer Art Disco und „High Energy Dancing“ aufgelockert werden. Nicht alle nahmen dieses Angebot wahr. Einige ließen den Abend auf der Terrasse des Hotels ausklingen. Unser aller Lieblingslied „Ich bin ein Einhorn“ war jedoch allgegenwärtig, nur übertönt durch ein wunderschön interpretiert und intoniertes „The last Unicorn“-Cover.

– Lia und Mara