Am Sonntag, den 26. November, ging es für uns drei in die Schweiz. Die nächsten beiden Wochen werden wir hier einen Forschungsaufenthalt am CERN, der Europäischen Organisation für Kernforschung, verbringen und davon gelegentlich berichten.

Das CERN wirkt wie eine Kleinstadt mit Menschen aus aller Welt, die gemeinsam Grundlagenforschung zur Teilchenphysik betreiben. Dazu werden hier Experimente durchgeführt, bei denen Teilchen mit hohen Energien kollidiert werden. Diese Ereignisse beobachtet man mit diversen Detektoren und analysiert sie. Ziel ist es beispielsweise, ein tieferes Verständnis davon zu entwickeln, woraus genau das Universum besteht.

Sonntag/Montag: Ankommen am CERN

Nachdem wir am Abend in Genf gelandet sind, haben wir nur noch unsere Zimmer bezogen. Am nächsten Tag konnten wir schließlich Sarah Zöchling, unsere Betreuerin für die erste Woche, persönlich kennenlernen. Sie hat uns gleich die Forschungsarbeit am CERN nähergebracht und einen Überblick über das Gelände gegeben. Um Zutritt zu erhalten, mussten wir erstmal unsere Accesscards abholen.

Später haben wir unser Projekt für die erste Woche zu Teilchenbeschleunigern besprochen und angefangen, daran zu arbeiten. Weil Teamday der Arbeitsgruppe „Physics Education“ war, haben wir gemeinsam mit den Mitgliedern den Mittag verbracht und konnten dabei interessante Gespräche führen. Bis zum Abend waren wir in der Bibliothek und haben uns Gedanken zum Projekt gemacht.

Dienstag: Synchro-Zyklotron

Um die Sicherheit am CERN zu gewährleisten, ist ein entsprechendes Training verpflichtend. Deshalb haben wir am Morgen einige Kurse belegt und die Prüfungen bestanden. Danach durften wir den ersten Beschleuniger am CERN, das Synchro-Zyklotron, besichtigen. Dort hat Sarah uns einiges zur Geschichte und den Meilensteinen der Teilchenphysik erzählt.

Nachmittags haben wir im Meetingraum am Projekt weitergearbeitet, bis es zum Team-Coffee ging. Dabei haben wir von unserem Arbeitsfortschritt berichtet. Der Tag endete mit dem Dokumentarfilm „Ghost Particle“ im geschichtsträchtigen Main Auditorium: Es wurde die Arbeit am DUNE-Projekt gezeigt, mit dem man das Verhalten von Neutrinos am Fermilab und in Sanford untersuchen möchte. Im Rahmen des ProtoDUNE werden die Detektoren am CERN getestet.

Mittwoch: von der Lorentzkraft bis zur Neutrinooszillation

Der Mittwochmorgen begann mit einem wunderschönen Sonnenaufgang über den Bergen. Im neuen Schülerlabor haben wir Experimente zur Lorentzkraft durch B-Felder, mit der sich zum Beispiel ein Elektronenstrahl gezielt beeinflussen lässt, durchgeführt. Auch in den Beschleunigern kommt dieses Prinzip zum Tragen.

Anschließend haben wir das Data Centre besucht. Bei den zahlreichen Experimenten fallen enorme Datenmengen an, die dort gespeichert werden.

Am Abend sind wir zur Neutrinoplattform im französischen Teil gefahren. Es war eindrucksvoll, die riesige Halle mit den beiden ProtoDUNE-Detektoren in der Realität zu sehen.

Donnerstag: Science Gateway

Donnerstag haben wir nach weiterer Projektarbeit an einer Fortbildung des Science Gateways teilgenommen. Bis um 17 Uhr hatten wir danach die Gelegenheit, die dortige Ausstellung zur Forschung am CERN zu besuchen.

Freitag: Präsentation des Projekts

Im Rahmen des Wettbewerbs „Beamline for Schools“ fand am Freitag eine Videokonferenz statt, an der auch wir teilnehmen durften. Im Anschluss haben wir unser Projekt beendet und in einem Meeting präsentiert. Dabei haben wir Lob und wertvolle Anregungen bekommen. Wir sind gespannt, wie unser Beitrag abgeschlossen wird!

Wochenende: Genf – eine sehenswerte Stadt

Damit war unsere erste Arbeitswoche tatsächlich vorüber und das Wochenende stand bevor. Wir haben uns Genf mit seinen Weihnachtsmärkten, dem Genfer See und dem großartigen Bergpanorama angeschaut. Am Sonntag sind wir zum Mont Salève gefahren und hatten dort nicht nur einen schönen Ausblick auf Genf und den Mont Blanc, sondern auch erstmal reichlich Schnee.