Dieses Jahr findet der EU Contest for Young Scientists mitten im Herzen von Europa in Brüssel statt. Vom 13. bis 17. September werden 83 kreative Projekte von der Medizin bis hin zur Mathematik präsentiert. Weltweit entscheiden nationale Wettbewerbe wie Jugend forscht über die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Wettbewerbs. Aus der 58. Wettbewerbsrunde Jugend forscht wurden erneut drei Bundessieger-Projekte mit dem Europa-Preis ausgezeichnet und damit für den EUCYS auserwählt. Diese Teams vertreten Jugend forscht und damit Deutschland beim größten europäischen Schülerwettbewerb. Präsentiert wird dabei ein algorithmisches Modell von Emel Karahan und Mert Kemal Uckan. Dieses kann dabei helfen, parametrische Einflussfaktoren des Klimawandels zu analysieren und Rückschlüsse auf die veränderte Umwelt zu führen. Ein neuartiger Ansatz zur Planung und Durchführung von Drohnen-Missionen wird vorgestellt von Tim Arnold und Felix von Ludowig. Sie entwickelten eine App, die Teams dabei unterstützt in Echtzeit bei Drohneneinsätzen zusammenzuarbeiten. Charlotte Klar und Katharina Austermann haben in der physikalischen Grundlagenforschung eine interessante Entdeckung gemacht. Sie haben festgestellt, dass der diamagnetische Effekt bei pyrolytischem Graphit temperaturabhängig ist. Dazu haben sie sich eine Reihe von Versuchen überlegt, um dem Effekt näher auf die Schliche zu kommen.

 

EUCYS 2023 Eröffnungszeremonie

EUCYS Eröffnungszeremonie

Da das Team Germany erst spät am Abend aufgrund von Zugverspätungen komplett war, konnten nicht alle Stände am Tag vor dem offiziellen Beginn aufbaut werden. Also hieß es für uns früh morgens den Wecker zu stellen, sodass noch alle Vorbereitungen für die Jury-Präsentation getroffen werden konnten. Doch das frühe Aufstehen sollte von einem reichlichen Frühstücksbuffet belohnt werden.

Angekommen an Brüssels „Square Space“ bekamen alle Jungforscher neben einem Rucksack ein Sticker-Sammelheft. Wir fanden die Idee großartig, à la Fußballspieler die Sticker von anderen Teilnehmern zum Kennenlernen zu sammeln, von denen wir die eigenen bei der Registrierung bekommen hatten. Bei der Eröffnungszeremonie kamen alle Länder mit ihren Landesflaggen auf die Bühne und der EUCYS-Vorstand eröffnete die Veranstaltung feierlich mit einem Schnitt durch ein Band, geziert mit der belgischen Flagge.

Bald standen aber auch bereits die ersten Jury-Gespräche an. Zunächst war es ungewohnt von der häufig geübten, fast schon perfektionierten Vorstellung des eigenen Projekts vom Regional-, Landes-, und schließlich Bundeswettbewerb auf Englisch zu switchen. Doch nachdem die ersten Fragen der Jury beantwortet werden konnten, kam die gewonnene Routine zurück. Schließlich halfen auch die Tipps des Präsentationscoaching bei der DFG, den Juroren einen guten Einblick in unsere Projekte zu geben.

Nachdem die Ausstellungszeit am Nachmittag vorüber war, bekamen wir einen Eindruck von der aktuellen Fusionsforschung. Ein Mitarbeiter der Forschungseinrichtung „Jet“ zeigte einen Film, der neben den wissenschaftlichen auch die emotionalen Hoch- und Tiefpunkte eines so ambitionierten Forschungsvorhaben zeigt. Das Abendessen bot eine gute Gelegenheit, sich in der eigenen „Delegation“ (mal wieder in der eigenen Sprache ?) über den Tag auszutauschen und über andere Projekte zu philosophieren. Besonders bemerkenswert war die Vorspeise, Räucherlachs angerichtet an Dinkelkörnern. Auch wenn der Name „Fischmüsli“, wie wir das Gericht betiteln würden, etwas anderes verspricht, war es eine gute Vorspeise, die wir so noch nicht kannten.