Der EUCYS 2021 fand als Doppelwettbewerb 2020/21 online statt. Insgesamt traten aus ganz Europa und darüber hinaus 158 Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit 114 Projekten an, welche von 25 Jury-Mitgliedern bewertet wurden. Für Deutschland starteten Lukas Weghs, Marik Müller, Leo Neff und Leonard Münchenbach.

Unsere Reise zum EUCYS (European Union Contest for Young Scientists) 2021 in Salamanca begann direkt nach dem Bundeswettbewerb Jugend forscht, natürlich auch mit der Hoffnung eines Präsenzwettbewerbs im Gepäck. Zunächst konnten wir unsere deutsche Langfassung sowie eine Kurzfassung einreichen, die für uns übersetzt wurden. Mitte Juni haben wir diese dann erhalten, konnten diese durchgehen und ggf. verbessern/ verändern. Weitere Formalien wurden Ende Juni ebenfalls eingereicht und somit waren wir angemeldet und das Abenteuer konnte beginnen.

Zu der Zeit haben wir auch angefangen mit unserer Mentorin Dr. Ing. Anne-Marie Schreyer von der RWTH Aachen Kontakt aufzunehmen, haben unsere Materialien überreicht und besprochen, welche Hilfe für uns praktisch wäre. Die Mentoren, die von der DFG vermittelt wurden, sollen uns bei der Vorbereitung auf die englische Wissenschaftswelt, sowie die fachliche Weiterentwicklung helfen.

Mitte Juli starteten wir mit der Vorbereitung von 3 Videos, die wir für die EUCYs vorbereiten sollen. Diese bestanden aus einem detaillierten für die Jury, einem kurzen für die Öffentlichkeit (ähnlich wie beim Bundeswettbewerb Jugend forscht 2021) und einem Mini-Clip für die Eröffnungszeremonie. Bis Ende Juli haben wir also die Konzepte der Videos ausgearbeitet und in der Hochschule Offenburg, die einen Raum mit Greenscreen sowie guter Kameraausrüstung hat, die Videos aufgenommen. Die Folgetage wurden dann mit dem aufwändigen Schneiden der Videos verbracht. Glücklicherweise hatten wir hierbei Unterstützung – danke Lucas!!!

Ende August haben wir uns dann mit unsere Mentorin und ihrer Arbeitsgruppe getroffen und bereits das allererste Kolloquium durchgespielt. Dieser Tag war in allen Belangen wertvoll für uns, da uns da erst richtig die englische Konfrontation klar wurde und die Fragen uns auch fachlich weiterhalfen.

Anfang September fand das Vorbereitungstreffen statt – leider auch nur online, geplant waren zwei Tage in Bonn. Während des Vorbereitungstreffens wurden wir von Katja Schleicher auf die kommenden Gespräche sowie den Rahmen, der uns im Online-Format erwartet hat, vorbereitet. Auch der große Unterschied der Jurygespräche vom EUCYS zu denen von Jugend forscht (Die Jury muss eher vom Projekt überzeugt werden und fachliche Fragen werden wegen der Diversität der Jury nicht so tief gestellt) wurde angesprochen und bearbeitet. Uns wurde erläutert, wie wir mit Anregungen und Fragen von Außenstehenden umzugehen haben und wir wurden von Mitarbeitenden des DFG auch noch einmal mit Fragen konfrontiert.

Vorbereitungstreffen beim DFG

Der EUCYS rückte nun immer näher, aber weitere Informationen fehlten uns immer noch… Keine 48 Stunden vor unseren Jury-Gesprächen wussten wir dann immerhin, wann diese stattfinden und wie wir diese durchführen konnten. Frustriert von der kurzfristigen Organisation wurden wir dann am Donnerstag, dem 16.09.2021 positiv von dem „Virtual Venue“ überrascht. Ein wirklich beeindruckend programmierter Online-Raum, in welchem man sich als Avatar bewegen konnte. Alle Stände waren vorhanden und wenn man sich diesen näherte, mit der Maus auf den Stand gerichtet, begann das Öffentlichkeitsvideo abzuspielen. Vor dem eigenen Stand sollten dann auch die Jury-Gespräche stattfinden. Um mit anderen Personen in Kontakt zu kommen, musste man deren Avatar nur näher kommen und anrufen, was über das Klicken eines Buttons sehr einfach war. Weiterhin gab es Aufzüge bzw. Teleportstationen, bei welchen man in zwei Räume kam, der eine, in welchen man bspw. die Preisverleihung auf einer Leinwand verfolgen konnte und der andere als Art Balkon, geplant um mit anderen Leuten in Kontakt zu kommen und externem Input für Teilnehmende auszustellen.

Virtual Venue ((c) EUCYS Spanien)

Am Freitagmorgen fand nun die Eröffnungsveranstaltung statt, wenn auch etwas verspätet. Dort kam unter anderem der kurze Clip zum Einsatz und wir konnten Salamaca durch die Augen einiger Studenten zumindestens digital bestaunen. Ein paar Worte der Veranstaltenden und der EU-Kommission durften natürlich auch nicht fehlen.

Durch die bereits anhaltende Verspätung und weiteren Komplikationen hielten wir unser erstes Jury-Gespräch mit einer einer französischen Wissenschaftlerin rund 80 Minuten später. Uns hat dabei verwirrt, dass wir nur auf eine Person treffen, da wir eine ähnliche Situation wie bei Jugend forscht erwartet hatten. Trotz des Stresses aller Beteiligten führten wir ein schönes Gespräch, bei dem wir zum Glück auf alle Fragen antworten konnten und auch sprachlich kaum Probleme hatten. Das zentrale Problem ist gewesen, dass wir nicht den Schritt gewagt haben, über die Frage hinaus zu antworten, leider auch beim zweiten Gespräch, welches auch mit rund 130 Minuten Verspätung stattfand. Dazu kamen auch noch technische Probleme des britischen Jurors, und, dass das Gespräch schon nach 18 Uhr, also dem geplantem Ender der Jury-Gespräche stattfand. Nichtsdestotrotz war es ebenso ein spannendes Gespräch mit einem guten Austausch.

Leo (rechts) und Leonard (links)

Mit dem Ziel, unser zentrales Problem der Jurygespräche zu lösen, sind wir in den zweiten Tag gestartet. In beiden Jury-Gespräche, die mit nur wenig Verspätung starteten, konnten wir umsetzen, was wir uns vorgenommen haben. Die Gespräche mit einer bulgarischen Wissenschaftlerin und einem irischen Wissenschaftler waren sehr interessant und unserem Gefühl nach erfolgreich.
Wir konnten auch mit ein paar anderen Teilnehmenden ins Gespräch kommen, aufgrund des Online-Formats war es aber durchaus kompliziert. Das war einer der Nachteile des Online-Formats.

Sonntagmorgen kam dann endlich, worauf alle gewartet haben: Die Preisverleihung. Auf die Couch gesetzt und gespannt abgewartet, wie Team Deutschland abschneiden wird. Zu unserer Freude haben wir den Sonderpreis “European Organization for Nuclear Research (CERN) Prize” gewonnen – YEAH ?
Auch herzlichen Glückwunsch an Lukas Weghs für den Sonderpreis „European Southern Observatory (ESO) Prize“ sowie natürlich Marik Müller für den „1st Prize and London International Youth Science Forum (LIYSF) Prize“.
Wir möchten allen von der Stiftung Jugend forscht e.V. und der DFG danken, die uns auf dem Weg begleitet haben: von Frau Wrobel und Frau Höhn über Herrn Finetti und Herrn Baszio zu Frau Schleicher, aber natürlich auch Frau Schreyer und ihren Kollegen von der RWTH Aachen. Vielen Dank!