Die restliche Zeit verging wie im Flug. Ich kann gar nicht fassen, dass ich wirklich ganze 6 Wochen lang in Rhode Island war.

Die Feuerwehr ist hier ständig unterwegs. Zweimal kam sie auch mitten in der Nacht zu uns, als der Feueralarm aus unerklärlichen Gründen losging. Die Feuerwehr kam innerhalb 5 Minuten und nach weiteren 5 Minuten konnten wir wieder in das TI House und weiter schlafen.
Die Uni hat eigentlich eine perfekte Lage, um viel zu erkunden. New York ist 3 Stunden entfernt, Boston 2, Providence (Hauptstadt von Rhode Island) 1 Stunde und das Meer ist praktisch direkt vor der Tür (15min mit dem Auto). Die Wochenenden bieten sich also für Erkundungstouren an.

Samstags waren wir mal in Providence. Es gibt viele schönen Ecken dort, wie das italienische Viertel, das Capitol oder Brown University. Alle 2 Wochen ist dort das sogenannte „Water Fire“.

Water Fire

Auf dem „Providence River“ sind für den Abend viele kleine Feuerstellen aufgebaut und an den Mauern sind Fackeln angebracht. Mit alten Gondola-Booten wird immer wieder Feuerholz nachgelegt, sodass das Feuer die ganze Nacht lang anhält. Läuft man etwas am Fluss entlang kommt man in einen kleinen Park, in dem Sterne aufgehängt sind. Angeheftet ist jeweils ein Zettel mit einer Erklärung, für was der Stern steht.

Das Praktikum war noch sehr interessant. Wir haben mehrere Prototypen der „Pulse Glasses“ erstellt und sie, bei unterschiedlichen Aktivitäten, im Vergleich zu anderen Pulsmessgeräten getestet. Außerdem hatten wir dreimal Schulklassen (9.-11. Klasse) aus der Umgebung im Labor und die Studenten haben ihnen ihre Projekte vorgestellt. Ich selbst hatte die Aufgabe den Jugendlichen die Grundlagen über das Herz und das Elektrokardiogramm zu erklären, da das EKG bei einem der Projekte eine große Rolle gespielt hat. Es war sehr interessant zu erfahren, wie viel sie dort in der Schule über das Herz schon gelernt haben, an ihr Wissen anzuknüpfen und am Ende ihnen das EKG live zeigen und erklären zu können. Zudem lernte ich zu den Themen viele neue Fachbegriffe auf Englisch.

Wir hatten das Glück, dass die Sommerschule dieses Jahr eine Woche später anfing als sonst. In der 5. Woche war auf dem Campus der Universität das „Leapfest“. Es ist ein Wettbewerb zwischen den Fallschirmjägern verschiedener Länder. Dabei waren Mannschaften aus der USA, Südafrika, Italien, England, Australien, Niederlande, Kanada und Deutschland. Zuerst haben wir den Wettbewerb von einem General der US Army erklärt bekommen. Dabei sahen wir die Kontrollen der Ausrüstung, die gemacht werden bevor ein Soldat in den Helikopter darf. LeapfestDann wurden wir in das Zelt gebracht, in der die deutsche Mannschaft war. Leider haben wir ihre Sprünge verpasst, aber dafür gingen wir mit ihnen zur „Landebahn“, wo sich der richtige Ablauf des Wettbewerbs abspielte. Die Soldaten springen in Viererteams aus dem Helikopter. Vom Absprung bis zum Erreichen von einem der drei Kreuze (die auf dem Boden aufgezeichnet sind) wird die Zeit gemessen. Gewonnen hat das Team, das am wenigsten Zeit gebraucht hat.

In der letzten Woche waren wir auf Block Island. Es ist eine kleine Insel vor Rhode Island, die mit einer einstündigen Fährfahrt zu erreichen ist. Es gibt dort extrem saubere Sandstrände und viele schöne Klippen. Wir sind zu einem Leuchtturm gefahren und danach über unendlich viele Stufen einer Holztreppe eine der Klippen runtergelaufen und kamen an einen traumhaften Strand raus.

beach block island

Und dann waren die 6 Wochen auch schon vorbei. Ich werde die Zeit und die Leute hier sehr vermissen!

gruppenbild

Insgesamt kann ich sagen, dass mein Aufenthalt in Rhode Island wirklich wunderschön war! Ich habe sehr viel gelernt und werde diese unglaublichen Wochen nie vergessen. Man lernt viele unterschiedliche Leute kennen, zu denen der Kontakt auch über die 6 Wochen hinaus bleibt. Da viele von den Studenten von ihrem „International Engineering Program“ aus nach Deutschland kommen, hat man auch die Möglichkeit sie teilweise wiederzusehen.

An dieser Stelle möchte ich ganz besonders der Stiftung Jugend Forscht e.V. und der Ernst A.C. Lange-Stiftung danken, dass sie mir diese tolle Zeit und Erfahrungen ermöglicht haben!