Beim 50. Bundeswettbewerb von Jugend forscht habe ich den Sonderpreis erhalten, Ende August an dem Wettbewerb "Stockholm Junior Water Prize 2015" in Schweden teilnehmen zu können.

Es fing damit an, dass ich ungefähr einen Monat vor dem Wettbewerb meine Langfassung meines Jugend forscht Projekts übersetzt und eingereicht habe. Nach Erstellung der Poster und vielen Vorbereitungen für die Präsentation ging es dann für mich und meine Betreuerin los. Ich war unglaublich aufgeregt, die letzte Nacht vor der Abreise konnte ich kaum schlafen. Deswegen war ich auch sehr froh, dass meine Betreuerin als meine Tutorin mitkommen konnte.

Der Flug nach Stockholm ging früh morgens für uns los, bis wir so gegen Mittag am Arlanda Flughafen ankamen. Dort wurden wir direkt von den Betreuern begrüßt und zu unserem Hotel begleitet. Insgesamt gab es vier Betreuer, die alles organisierten und während der gesamten Zeit für uns bei Fragen die Ansprechpartner waren. Es waren auch schon einige von den Teilnehmern da, mit denen ich ein wenig ins Gespräch kommen konnte. Der restliche Nachmittag verging relativ schnell, es gab eine offizielle Begrüßung und einen kurze Einführung, was uns die nächsten Tage erwarten würde. Dann konnten wir unsere Zimmer beziehen, ich kam mit einem Mädchen aus Japan und einem aus Weißrussland auf ein Zimmer. Beide waren sehr nett und wir freundeten uns schnell an. Nachdem wir uns im Hotel etwas eingelebt hatten, gingen wir zu unseren Ausstellungsständen, um unsere Stände aufbauen zu können. Der Wettbewerb “Junior Water Prize“ ist eine Teilveranstaltung der Stockholm World Water Week; so gibt es auch den “Water Prize“ für Erwachsene. Das Gelände der Stockholm Water Week war nur fünf Minuten zu Fuß von unserem Hotel entfernt, dort befand sich das Ausstellungszelt für unsere Stände. Am Abend haben wir nach einem abschließenden Essen einige Kennenlernspiele gespielt, um uns ein wenig auszutauschen und anzufreunden.

Am zweiten Tag standen für uns die Jurygespräche an. Die Jury bestand aus acht Wissenschaftlern, Forschern, Unternehmern, also kurzgefasst aus Leuten, die sich sehr gut mit dem Thema Wasser auskennen. Über den Tag verteilt gab es drei Gespräche a 15 Minuten, in denen ich mein Projekt vorstellen sollte. Ich hatte mich zwar auf die Präsentation vorbereitet, war dann jedoch trotzdem sehr nervös, da es ja alles auf Englisch sein sollte. Die Juroren waren total nett und freundlich, weshalb meine Nervosität schnell verflog. Bis auf ein gemeinsamen Abendessen und weitere Spiele war nichts weiteres für den Tag geplant, ich war aber auch so müde, dass ich bald zu Bett ging.

Die Besichtigung der Stadt Stockholm war für uns am dritten Tag im Programm. Den Vormittag durchliefen wir die Altstadt mit einer Stadtführung, daher hielten wir uns viel in den Stadtteilen Gamla stan und Norrmal auf. Den Nachmittag hatten wir Freizeit, so schlenderten wir im Szeneviertel Sofo und für die größte Zimtschnecke der Stadt nach Östermalm. In der kurzen Zeit konnten wir viel von der Stadt sehen und erfahren wie die Menschen dort leben. Stockholm ist wirklich eine sehr schöne Stadt, die ich gerne mal wieder besuchen würde. Am Abend war nach einem kurzem Sammeln im Hotel das Abendessen in einem Bowling Center geplant. Ausgelost auf die Bowling Bahnen kamen wir in neuen Gruppen zusammen und hatten dabei wirklich viel Spaß. Zu Essen gab es Tacos und Wraps und ich musste ein wenig schmunzeln, da einige Teilnehmer Tacos gar nicht kannten und ich ihnen dann erst mal gezeigt habe, wie man sie zubereitet. Wir hatten viel Spaß und einen lustigen Abend, der aber auch irgendwann zu Ende ging.

Die große Siegerehrung war immer näher gerückt und am Dienstagabend war es dann so weit. Den Tag über waren wir bei unseren Ständen gewesen, da die Ausstellung für Öffentlichkeit geöffnet wurde. Auch dabei kam ich mit vielen Leuten in Kontakt und führte interessante Gespräche. Wir haben sogar ein paar Deutsche getroffen, die selbst etwas auf dem Gelände ausgestellt haben. Nach und nach leerte sich der Platz, auch wir kehrten bald zum Hotel zurück, um uns für die Siegerehrung fertig zu machen. Alle hatten sich richtig schick gemacht, manche kamen sogar in traditionellen Kleidungen. So auch das Mädchen aus Japan, das einen Kimono trug. Wir sind dann mit einem Bus zum Grand Hotel gefahren, wo die Siegerehrung stattfand. Unsere Aufregung stieg mit jeder Minute, da an diesem Abend die Kronprinzessin Victoria erscheinen würde. Wie wir es dann vorher eingeübt hatten, durfte nach dem gemeinsamen Gruppenfoto jeder einmal der Kronprinzessin die Hand schütteln. Insgesamt war es eine feine und schöne Veranstaltung, auch das Tanzen danach hat sehr Spaß gemacht. Den Junior Water Prize hat der Teilnehmer aus den USA bekommen, den Sonderpreis erhielt das Team aus Argentinien.

Nach der Siegerehrung des Junior Water Prizes fand am letzten Abend die Siegerehrung des Water Prizes statt. Wir zogen unsere besten Anzüge und Kleider an und genossen bei einem Drei-Gänge-Menü die Feier. In dem feierlichen Rathaus, in dem auch die Nobelpreise verliehen werden, übergab König Karl XVI Gustav den Water Prize an Indien. Dieser Abend und damit unsere Zeit in Stockholm neigte sich langsam dem Ende zu, doch wir wollten uns gar nicht trennen. Die ganze Nacht bleiben wir zusammen, wir waren tatsächlich wie zu einer Familie zusammengewachsen.

Dann, am Donnerstag, war der traurige Tag des Abschieds. Es wurde sehr emotional, es gab viele Umarmungen, bei einigen flossen sogar Tränen. Mein Flug war erst am Nachmittag, somit verließ ich mit meiner Tutorin fast als letzte das Hotel.

Zusammenfassend war es eine unglaubliche und unvergessliche Zeit in Stockholm, ich habe neue Eindrücke und wertvolle Erfahrung gesammelt und viele neue Freunde gefunden.

Ich werde diese Woche immer gut in Erinnerung behalten und möchte mich damit bei Jugend forscht und den Sponsoren dafür bedanken, dass mir dieses Erlebnis möglich gemacht wurde.Blog Fotofoto Blog2