Am Donnerstag ereignete sich etwas Unvorhergesehenes: wir mussten doch nicht an einem Pressefrühstück teilnehmen und konnten daher in Vorbereitung auf die Special Awards Ceremony am Abend und den anstrengenden Public Day zuvor ausschlafen. Bevor sich die Mitglieder unserer Delegation also gegen zehn Uhr wieder an ihren Ständen einfanden, um ihr Projekt Schulbusladungen arizonischer Schüler vorzustellen, machten sich viele zunächst einmal gemütlich auf den Weg in ein Frühstücksrestaurant, eine der omnipräsenten Starbucks-Filialen, oder improvisieren ihr Frühstück mit Lebensmitteln aus dem örtlichen Supermarkt.

Als wir dann aus der sommerlichen Hitze in die stark klimatisierte Ausstellungshalle zurückkehrten, erwiesen sich die Vorwarnungen bezüglich des Ausmaßes der interessierten Menschenmassen am Public Day nicht für alle als wahr – wer die öffentliche Aufmerksamkeit nicht übermäßig auf sich zog, konnte hinter der wenig notwendigen Absperrung zwischen Stand und Gang (auch „Käfig“ genannt) etwas Freizeit genießen, während andere aus dem Rezitieren ihres Ein-Minuten-Vortrags kaum mehr herauskamen.

Gerade für diejenigen, deren Stände nicht von Schülern überrannt wurden, bot der Public Day zudem eine gute Gelegenheit, andere der vielen interessanten Projekte aus der eigenen oder aus anderen Kategorien kennenzulernen und weitere Kontakte unter den über 1750 Teilnehmern aus der ganzen Welt zu knüpfen.

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Matthias erklärt sein Projekt am Public Day einigen anderen Finalists, die sich in den (mit Besuchern schon überbordenden) Physikbereich der Ausstellung verirrt haben

Am Abend stand schließlich nach dem Besuch eines Burgerrestaurants auf Empfehlung eines Ortskundigen, was uns einen Einblick in echte amerikanische (Küchen-)Kultur bescherte, die Special Awards Ceremony an, bei welcher Organisationen die von ihnen gestifteten und von Special-Awards-Juroren im Zuge des Judging-Prozesses zugeteilten Preise vergaben, die von Geldsummen bis zu Reisen rangierten. Hierzu fanden wir uns abends in einer großen Halle ein, die genug Platz für alle Finalists und Betreuer bot, und warteten gespannt auf den Beginn der Preisverleihung, während noch einmal die Namen aller Preisstifter eingeblendet wurden.

Auf dem Weg zur Special Awards Ceremony

Die große Halle, in der die Preisverleihungen stattfanden.

Die Halle, in der die Preisverleihungen stattfanden

Es hätte für Team Germany ein langer Abend werden können; obwohl viele Special-Award-Juroren an den Ständen unserer Delegation Gespräche geführt hatten, war natürlich nicht klar, ob diese für Mitglieder unseres Teams in Preisen münden würden. Umso größer war die Freude, als die die Preisträger verlesende Linguistin bereits beim ersten Special Award der Zeremonie verkündete, jemand „from Bad Munstereifel, Germany“ (denn Umlaute wurden natürlich trotzdem standhaft ersetzt) erhalte diesen: Matthias und Adrian hatten mit ihrem Projekt zu akustischer Mikrofluidik den Second Award der Acoustical Society of America gewonnen! Den nächsten Grund zu Jubel für die deutsche Delegation gab es, als Myrijam und Paul für einen Sonderpreis für „originality and innovation“ der Chinese Association for Science and Technology (CAST) auf die Bühne gerufen wurden; sie erhalten nun ein Preisgeld in Höhe von 1.200 Dollar. Als kurz danach die Sonderpreise des CERN verliehen wurden, durfte ich (Sophie) mich über eine einwöchige Reise zu den dortigen Forschungseinrichtungen freuen. Doch dies war noch nicht das Ende der Erfolge für Team Germany: Maximilians Projekt zu chemischer Wärmespeicherung wurde mit einem First Award der Qatar Foundation for Education, Science and Community Development ausgezeichnet, der mit 1.000 Dollar dotiert ist. Der Abend wurde für unsere Delegation von einem weiteren Preis für Myrijam und Paul abgerundet, mit dem die amerikanische Forschungsgemeinschaft Sigma Xi ihre Teamarbeit prämierte.

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Matthias Schäfers (stellvertretend für sein Team)

 

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Myrijam Stoetzer und Paul Foltin (2. und 1.v.r.)

 

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Sophie Atzpodien (3.v.l.)

 

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Maximilian Albers (2.v.l.)

 

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Myrijam Stoetzer und Paul Foltin (2. und 1.v.l.)

Mit einem guten Gefühl für die am nächsten Tag anstehende Grand Awards Ceremony machten wir uns zurück auf den Weg zum Hotel, um dort unseren leider schon letzten Abend in Phoenix zu genießen und mit dem Packen unserer Koffer zu beginnen.