Forschungsaufenthalt im Joint Research Centre (JRC) der Europäischen Kommission in Ispra (Italien) mit Besuch der Expo 2015 in Mailand vom 30. Juni - 4. Juli 2015

Bei der Sonderpreisverleihung des diesjährigen 50. Bundeswettbewerbes Jugend forscht in Ludwigshafen wurde neben zahlreichen anderen Auszeichnungen auch der Preis „Aufenthalt im Joint Research Centre (JRC) in Ispra“ von der Europäischen Kommission an insgesamt sechs Jungforschern aus den Fachgebieten Arbeitswelt, Biologie, Chemie und Mathematik/Informatik vergeben.

Nachdem einige Formalitäten, wie zum Beispiel Flugverbindungen, An- und Abreisetag, …. per E-Mail geregelt wurden, hieß es Koffer packen. Während des circa 90-minütigen Fluges mit einem Airbus A320 von Berlin Tegel nach Mailand Linate, konnte ich aufgrund der sehr guten Wetterverhältnisse das Alpenvorland und die Alpen mit ihren schneebedeckten Berggipfeln beobachten und mit meiner Kamera ablichten (siehe Bild oben).

Am Flughafen angekommen wurde ich von einem Fahrer des JRC freundlich in Empfang genommen und zu unserer Unterkunft, einem 4-Sterne-Hotel in der Stadt Varese im Nordwesten von Mailand, gefahren.

Am Abend konnten wir uns bei einem gemeinsamen Abendessen in einer auf Meeresfrüchte spezialisierten Pizzeria kennen lernen. Nach einem kleinen Frühstück am Mittwochmorgen stand unser erster offizieller Programmpunkt auf dem Plan – die Expo 2015 in Mailand. Bei dieser Weltausstellung präsentieren über 100 verschiedene Staaten und internationale Organisationen in Form von aufwendig gestalteten Pavillons ihre Ideen zu dem Thema „FEEDING THE PLANET – ENERGY FOR LIFE“. Obwohl wir uns den ganzen Tag auf dem riesigen Gelände der Expo befanden, konnten wir uns aus Zeitgründen nur einige Pavillons intensiver anschauen unter anderem die Pavillons der Staaten Großbritannien, Schweiz, Deutschland, Vereinigte Arabische Emirate, USA, Thailand und den Pavillon der Europäischen Union. Mittag- und Abendessen haben wir jeweils in der Restaurantstraße „Eataly“, wo italienische Spezialitäten aus den verschiedenen Regionen Italiens zubereitet wurden, gegessen.

Bild: Restaurantstraße "Eataly"

Restaurantstraße „Eataly“

Nach einer erholsamen Nacht und einem erneuten kleinen Frühstück im Hotel, wurden wir am Donnerstagmorgen zu unserem zweiten großen Programmpunkt gefahren – dem Aufenthalt im Joint Research Centre (JRC) der Europäischen Kommission in Ispra.

Dort bekamen wir zunächst am Eingang unsere Besucherausweise. Im Anschluss erhielten wir einen interessanten Einführungsvortrag in den Aufbau beziehungsweise die Aufgabenbereiche des Joint Research Centre und bekamen die Gelegenheit unsere eigenen Projekte bei dem „Tour de Table of awardees‘ projects“ kurz vorzustellen. Danach berichtete ein Wissenschaftler vom Institute for Health and Consumer Protection (IHCP) über „Public Health Policy and Support Unit activities“. Anschließend besuchten wir die „Luxembourg semester opening ceremony“ am Haupteingang des JRC, bei der feierlich die Fahne von Luxemburg gehisst wurde und aßen in der Nuova Mensa zu Mittag.

Unser Nachmittagsprogramm startete mit einer Nanobiowissenschaften Tour durch die Laborräume des IHCP und endete mit dem Programmpunkt „Shadowing the scientists“, bei dem ich mir die Labore des „European Union Reference Laboratory for Alternatives to Animal Testing“, kurz ECVAM anschaute und den Wissenschaftlern Fragen zu ihren Forschungsschwerpunkten und den Laborgeräten stellen durfte. Gegen 17:00 Uhr nachmittags gaben wir unsere Besucherausweise ab und fuhren zurück zu unserer Unterkunft. Den Abend verbrachten wir dann in Varese, wo wir das Stadtzentrum mit den vielen kleinen Geschäften und einen wunderschönen Stadtgarten besichtigten, bevor wir erneut in unserer schon bekannten Pizzeria zu Abend speisten.

Bild: Joint Research Centre in Ispra (Italien)

Joint Research Centre in Ispra (Italien)

Der Freitag, unser zweiter und zugleich letzter Tag im JRC, startete mit einer Tour durch das „Vehicle Emissions Laboratory (VELA)“ des „Institute for Energy and Transport (IET)“, in dem die Wissenschaftler die Abgase zum Beispiel von PKWs oder LKWs untersuchen. Danach besuchten wir das „European Union Reference Laboratory for Genetically Modified Food and Feed (EU-RL GMFF)“, wo die Forscher mit Hilfe molekulargenetischer Methoden genetisch modifizierte Substanzen erkennen und untersuchen können. Anschließend informierten wir uns in den Ausstellungsräumen des Joint Research Centre zu den einzelnen Instituten mit ihren jeweiligen Forschungsschwerpunkten. Nach dem Mittagessen nahmen wir an einer Führung durch das „European Laboratory for Structural Assessment (ELSA)“ teil, wo die Wissenschaftler Erdbeben in Zeitlupe simulieren und so Eigenschaften von Baumaterialien analysieren können.

Im vorletzten Programmpunkt erhielten wir einen Einblick in das „Water Laboratory“ von dem „Institute for the Environment and Sustainability (IES)“, in dem die Forscher die Qualität von Wasser untersuchen. Zum Schluss schauten wir uns die Zellkulturlabore des „European Union Reference Laboratory for Alternatives to Animal Testing“ an und verabschiedeten uns von unseren beiden netten Begleiterinnen aus der JRC Communication Unit. Am Abend nach der Mahlzeit in unserer vertrauten Pizzeria hieß es dann erneut Koffer packen und sich von den anderen Teilnehmern zu verabschieden bevor es am Sonnabendmorgen wieder zurück nach Deutschland ging.

Abschließend kann ich sagen, dass ich die Reise nach Italien zur Expo 2015 und zum Joint Research Centre in Ispra sehr interessant und abwechslungsreich fand. So konnte ich auf der einen Seite einen ausgeprägten Einblick in zahlreiche Labore mit ihren entsprechenden Forschungsaufgaben erhalten, und zum anderen den Forschungsalltag mit den vielen netten Menschen im JRC und die Gegend um Mailand näher kennen lernen.