International Wildlife Research Week im Val Müstair in der Schweiz

Nun liegt eine unvergessliche und einzigartige Woche hinter mir.

Begonnen hat diese Woche am Samstag, den 25. Juni am Hauptbahnhof in Zürich, wo wir uns mit unseren Guides Jonas, Claudia und Irene trafen. Von dort aus fuhren wir mit den Zug quer durch die Schweiz ins Val Müstair, welches an der italienischen Grenze liegt. Während der Fahrt tauschten wir uns aus und stellten schnell fest, dass wir eine sehr internationale Gruppe bestehend aus 9 verschiedenen Nationen (Estland, Schweden, Malta, Tschechische Republik, Italien, Portugal, Ungarn, Schweiz und Deutschland) waren. Als wir schließlich im Chasa Pra Muglin in Tschierv ankamen, lernten wir auch noch die restlichen Teilnehmer aus der Schweiz, die direkt angereist waren, Hans unseren vierten Guide und unsere beiden Köchinnen (Das Essen war spitze!) kennen. Nach der Zimmereinteilung konnten wir die Umgebung erkunden und uns schon näher bekannt machen. Nach dem Abendbrot, welches immer super lecker war, bekamen wir eine kurze Übersicht von unseren Guides, was uns in den nächsten Tagen alles erwarten würde.

Am folgenden Morgen ging es schon sehr früh los (Frühstück um 6 Uhr), da uns Jonas, Claudia, Irene und Hans die alpine Flora und Fauna vorstellen wollten, um uns so Anregungen für unsere Projekte zu geben. An diesem Tag erfuhren wir dann auch am eigenen Leib, wie unberechenbar und wechselhaft das Wetter in den Bergen sein kann. Wir starteten bei strahlendem Sonnenschein und als wir dann nach einiger Zeit oben auf dem Berg ankamen, fing es an zu schütten. Zum Glück hatten die Guides es gerade noch geschafft, uns alle möglichen Forschungsbereiche vorzustellen, sodass wir schnell wieder nach Hause ins Trockene konnten. Dort haben wir über Themen diskutiert und uns zu Gruppen zusammen gefunden. Zu meiner Gruppe gehörten Samira und Lisa, beide kommen aus der Schweiz.

Wir drei hatten uns dafür entschieden, die Aktivität von Fledermäusen in verschiedenen Höhenlagen im Val Müstair zu untersuchen. Für unsere Forschung hatten wir drei Tage besser gesagt drei Nächte (Montag bis Mittwoch) zur Verfügung. Wir führten unsere Untersuchungen im Tal, in Tschierv und in der Buffalora (auf dem Berg) durch. Dort haben wir am Tage die Route, die wir in der Nacht ablaufen wollten, bestimmt und mit einem GPS-Gerät festgehalten. Abends sind wir dann nach Sonnenuntergang mit Fledermausdetektoren losgegangen und konnten so die Rufe hörbar machen, anhand derer wir die Art der Fledermäuse und deren Aktivität bestimmen konnten. Unsere nächtliche Forschung war sehr interessant und beeindruckend. Zumal wir auch immer Zeit hatten, den wunderschönen Sternenhimmel zu betrachten und nach anderen nachtaktiven Tieren Ausschau zu halten. Aber richtig spannend wurde es, wenn der Wanderweg, den wir uns ausgesucht hatten, über eine Kuhweide führte und die Kühe beschlossen hatten, ihr Nachtlager auf dem Weg aufzuschlagen. Da wurde es uns dreien dann doch mulmig zu Mute vor allem, weil es sich um Mutterkuhhaltung handelte. Aber zum Glück tragen die meisten Kühe Glocken, sodass wir nicht völlig ahnungslos in eine Herde hineingelaufen konnten. Wenn wir nach unseren Ausflügen gegen 1.30 Uhr völlig erschöpft in unserer Unterkunft ankamen, ging es nur noch ganz schnell ins Bett.

Der Donnerstag stand zur Fertigstellung der Projektberichte und der -präsentationen zur Verfügung, welche am Freitag in Zernez vorgestellt werden sollten. Im Anschluss an diese Präsentation gab es für alle Anwesenden einen kleinen Empfang. Zur Feier des Tages sind alle Teilnehmer der IWRW 2016 anschließend gemeinsam Pizza essen gegangen. Den Rest des Abends haben wir dann mit Spielen bis spät in die Nacht hinein ausklingen lassen.

Am letzten Tag (02.07.) hieß es dann früh aufstehen, kofferpacken und putzen. Da wir unerwartet schnell fertig waren, hatten wir noch Zeit, im Supermarkt in Tschierv Schweizerschokolade zu kaufen und intensive Unterhaltungen zu führen, welche auf dem Weg nach Zürich vorgesetzt wurden. Als es dann am Bahnhof ans Abschiednehmen ging, waren die meisten doch traurig, wieder nach Hause fahren zu müssen, da es eine sehr schöne, unvergessliche aber leider viel zu kurze Woche war.          P1040636 - Kopie