Erster Tag der Jurygespräche und Opening Ceremony

Nachdem die Anreise doch deutlich anders verlief als geplant, konnte ab jetzt eigentlich alles nur noch besser klappen. Die letzten Arbeiten an den Ständen konnten wir zeitlich recht entspannt noch vor der Begrüßungsrunde beenden.

Nach dieser wurde es ernst, die erste Runde der Jurygespräche stand an. Die ganze Aufregung, welche ich schon vor der Abreise hatte, hatte sich spätestens jetzt weitestgehend gelegt. Nicht wenige Jurygespräche starteten damit, dass der Juror erzählte, in welcher deutschen Stadt er studiert hat. Zwischen den Jurybefragungen hatte man jede Menge Zeit, sich die vielen anderen Projekte anzuschauen und vor allem die Teilnehmer aus den insgesamt 39 anderen Nationen kennen zu lernen. Ein großer Unterschied zu Jugend forscht ist, dass während der gesamten Veranstaltungszeit die Expo auch für die Öffentlichkeit geöffnet ist. So kamen insbesondere am Vormittag diverse Schulklassen in die Ausstellung. Hierbei entpuppte sich die Entscheidung, in der Schule Latein statt Französisch gewählt zu haben, das erste Mal als Nachteil.

Am Abend stand die erste große Veranstaltung an: die Opening Ceremony. Diese fand im gotischen Rathaus auf dem Grand-Place statt. Schon im Laufe des Tages war ich von unserem National Organiser Herrn Baszio gefragt worden, ob ich die Flagge für das deutsche Team tragen könnte. Für die Probe musste ich schon den ersten Bus zum Rathaus nehmen. Nach einer als skurril zu bezeichnenden Sicherheitskontrolle (das gesamte Gepäck wurde unkontrolliert an der Kontrolle vorbeigegeben und auch das Piepsen dieser nach kurzer Zeit einfach ignoriert) kamen wir in den reich verzierten Saal. Auf den hinteren Bänken lagen schon die Flaggen und Länderschilder in einer vorher geplanten Sitzordnung bereit. Soweit hatte es schon mal geklappt. Die Durchlaufprobe war dann jedoch extrem chaotisch, da einige „Länder“ auf dem Weg verschollen gegangen sind und irgendwie keiner richtig wusste, wann er loslaufen sollte. Ohne zweite Probe und somit einer gewissen Unsicherheit startete die offizielle Eröffnung. Neben Begrüßungsansprachen der Hauptorganisatoren und Unterstützer gab es als Zwischenact einen iPad-Künstler. Den Abschluss der Veranstaltung bildete das Einlaufen der Flaggenträger. Diesmal klappte es deutlich besser, was auch daran gelegen haben kann, dass nun jeder einzelne ein extra Signal zum Loslaufen bekommen hat. Nach den obligatorischen Fotos aller Fahnenträger gab es im Nebenzimmer einen kleinen Empfang mit der Möglichkeit sich weiter kennenzulernen.

Es war ein gelungener Auftakt der Veranstaltung und für mich eine völlig neue Erfahrung, als Fahnenträger das deutsche Team zu vertreten.